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Meniskusriss – Ursachen, Diagnose und Behandlung

Wozu dient ein Meniskus?

Meniskusriss

Meniskusriss

Im menschlichen Kniegelenk gibt es einen Außen- und einen Innenmeniskus. Dabei handelt es sich um halbmondförmige Knorpelscheiben, die eine „Stoßdämpferfunktion“ übernehmen zwischen dem Kopf des Schienbeins und dem Ende des Oberschenkelknochens. Gemeinsam mit dem Gelenkknorpel werden die Formunterschiede der beiden Gelenkanteile ausgeglichen sowie das Gewicht optimal auf das Kniegelenk verteilt.

Der Innenmeniskus ist mit dem inneren Seitenband verwachsen und somit wesentlich häufiger von Verletzungen betroffen als der Außenmeniskus.

Einteilung von Meniskusrissen

Je nach ihrer Lokalisation und Rissform werden Meniskusrisse unterteilt. So werden Meniskusrisse im vorderen, mittleren oder hinteren Meniskusdrittel je nach deren Lage unterschieden, sowie nach der Rissform senkrechte, waagerechte, quere, korbhenkelartige oder lappenförmige Meniskusrisse unterschieden werden. Der fest mit dem Innenband und der Gelenkkapsel verwachsene und daher unbeweglichere Innenmeniskus (Meniscus medialis) ist wesentlich häufiger von Rissen betroffen als der Außenmeniskus (Meniscus lateralis). Fast die Hälfte aller Meniskusrisse tritt dabei im hinteren Drittel des Innenmeniskus auf. Männer sind insgesamt doppelt so häufig von einem Meniskusriss betroffen als Frauen.

Ursachen und Entstehung von Meniskusrissen

Ein Meniskusriss kann einerseits durch traumatische oder degenerative Ursachen entstehen. Außerdem kann auch eine Kombination von traumatischen und degenerativen Ursachen einen Meniskusriss zur Folge haben. Ein traumatischer Meniskusriss entsteht meist im Rahmen von Sportverletzungen, vor allem durch Dreh-Beugebewegungen des Kniegelenks oder plötzliche Drehbewegungen mit abruptem Bewegungsstopp, wie sie häufig bei Stop-and-Go-Sportarten wie Fußball, Basketball, Handball oder Tennis auftreten.

Häufiger als traumatische Meniskusrisse finden sich Risse aufgrund degenerativer Veränderungen. Solche degenerativen Veränderungen im Kniegelenk kommen durch starke und chronische Überbelastungen des Kniegelenks, etwa durch Übergewicht, durch jahrelange sportliche Belastungen oder beim häufigen Arbeiten in tiefer Hocke zustande. Chronische Überlastungen des Kniegelenks können zu kleinsten Rissen im Knorpelgewebe führen, so dass bei entsprechender Vorschädigung schon bei kleinsten Belastungen, etwa beim in die Hocke gehen, ein Meniskusriss entstehen kann.Symptome bei einer MeniskusverletzungEin unfallbedingter Meniskusriss zeigt sich im Moment des Geschehens in typischer Art und Weise durch plötzlich auftretende Schmerzen im Bereich des Kniegelenkspaltes. In weiterer Folge kann es zu einer Blockierung des Kniegelenks durch eine Einklemmung kommen, so dass das Knie nicht mehr komplett gestreckt oder gebeugt werden kann. Durch degenerative Veränderungen oder Überbelastungen entstandene Meniskusschäden verursachen vor allem Symptome wie unter Belastung auftretende Schmerzen im Kniegelenk oder schmerzhafte Bewegungseinschränkungen. Ein nicht behobener Meniskusriss kann die vorzeitige Entstehung einer Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) und somit eine irreversible Schädigung des Gelenkknorpels begünstigen.

Diagnose eines Meniskusrisses

MRT Meniskusriß

MRT Meniskusriß

Ein erfahrener Sportchirurg kann einen Meniskusriss mit großer Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer klinischen Untersuchung in Kombination mit einem Anamnesegespräch diagnostizieren. Bei der körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt die sogenannten Meniskuszeichen: Steinmann-Zeichen I, Steinmann-Zeichen II, Böhler-Zeichen und Payr-Zeichen. Dabei handelt es sich um Schmerzreaktionen, die durch bestimmte Handgriffe und Bewegungen des Knies ausgelöst werden und Aufschluss über die Lokalisation und Art des Meniskusrisses geben. Zur Absicherung der Diagnose sowie zum Auffinden eventueller Begleitschäden sollte eine Magnetresonanztomographie (MRT) und eventuell eine Röntgenuntersuchung des Kniegelenks durchgeführt werden.

 

 

Behandlung eines Meniskusrisses

Meniskusnaht (Quelle Arhrex)

Meniskusnaht (Quelle Arhrex)

Die operative Behandlung von Meniskusrissen ist immer im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) über zwei kleine Hautschnitte von jeweils circa 1cm Länge möglich. Bei basisnahen Rissen kann bei jungen Patienten eine Meniskusnaht durchgeführt werden. Da der Meniskus von der Basis in Richtung Peripheriemit Blut versorgt wird, ist eine Heilung von genähten Rissen nur in Basisnähe möglich. Alte Risse und bereits zerschichtete Meniskusanteile werden teilweise entfernt, wobei darauf geachtet wird, dass so viel Meniskusgewebe wie möglich belassen wird. Werden eingeschlagene und bewegliche Meniskusanteile nicht entfernt, kann es zu irreversiblen Schädigungen des Gelenksknorpels kommen, was wiederum schmerzhafte Beschwerden nach sich zieht. Eine Sonderform des Meniskusrisses ist der sogenannte „Korbhenkelriss“. Bei dieser Form ist der innere Meniskusanteil durch einen Längsriss vom basisnahen Meniskusteil abgelöst und in den Gelenkspalt eingeschlagen. Diese Rissform führt oft zu einer schmerzhaften Einklemmungssymptomatik und sollte möglichst rasch operativ saniert werden.

Je nach Größe der Resektion und in Abhängigkeit von den Zusatzeingriffen im Rahmen der Arthroskopie ist postoperativ eventuell eine Teilentlastung mit Unterarmstützkrücken für ein bis zwei Wochen erforderlich. Im Falle einer Naht ist eine Entlastung für bis zu sechs Wochen nach der Operation notwendig. Die postoperative Physiotherapie ist in jedem Fall empfehlenswert.

Alternativ kann bei kleinen Horizontalrissen ohne Einklemmungssymptomatik auch eine konservative Therapie durch Entlastung mit Gehhilfen, Schmerztherapie und Physiotherapie versucht werden.