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Sprengung des Schultereckgelenkes (Acromioclaviculargelenk / AC Gelenk)

Was ist das Schultereckgelenk?

Das Schultereckgelenk oder Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk) ist die Verbindung zwischen dem äußeren Ende des Schlüsselbeins und dem Schulterdach. Es wird von drei Bändern sowie einer Gelenkkapsel stabilisiert. Funktionell ist das AC-Gelenk ein wichtiges Gelenk für die Beweglichkeit und Stabilität der oberen Extremität gegen den Rumpf.

Ursache der Sprengung des Acromioclaviculargelenkes

Der typische Unfallmechanismus für die Entstehung einer Acromioclavicularen Luxation ist der direkte Sturz auf das Schultergelenk, wie es vor allem bei Fahrrad- oder Motoradstürzen, aber auch bei Kontaktsportarten vorkommt. Es handelt sich um eine häufige Verletzung des Schultergürtels, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.

Symptome bei einer Sprengung des Schultereckgelenkes

Typische klinische Symptome sind Schmerzen über dem AC-Gelenk und das sogenannte Klaviertastenphänomen. Davon spricht man wenn durch Druck von oben auf das äußere Schlüsselbeinende, welches deutlich nach oben steht, dieses ähnlich einer Klaviertaste nach unten gedrückt werden kann. Wird der Druck nachgelassen schnellt es sofort wieder nach oben. Meistens kann der Arm auf der betroffenen Seite aufgrund der Schmerzsymptomatik nicht gehoben werden.

Diagnose einer Acromioclavicularluxation

Höhertreten des betroffenen Schlüsselbeines

Höhertreten des betroffenen Schlüsselbeines

Eine frische höhergradige AC-Luxation ist meist durch das höherstehende Schlüsselbeinende blickdiagnostisch festzustellen. Durch Röntgenbilder kann eine knöcherne Verletzung festgestellt oder ausgeschlossen werden sowie das Ausmaß der Verletzung beurteilt werden. Zur Einteilung der Verletzungsschwere ist eine spezielle Röntgenaufnahme notwendig bei der man ein definiertes Gewicht beidseits in der Hand hält und beide Schultergürtel geröngt werden. Im Seitenvergleich kann man dann das Höhertreten des betroffenen Schlüsselbeines darstellen, die Verletzung klassifizieren und darauf basierend die geeignete Therapie durchführen.

Behandlung einer Schultereckgelenksprengung

Je nach Schweregrad und Betätigungsprofil wird eine Operation empfohlen oder eine konservative Therapie bevorzugt. Die Verletzung wird nach einer Klassifikation von Tossy oder Rockwood in Grad 1 bis Grad 6 eingeteilt. Verletzungen Grad 1 können immer mit kurzfristiger Ruhigstellung in einem Dreiecktuch und Schmerztherapie behandelt werden. Zumeist führt die konservative Therapie auch bei Grad 2 Verletzungen zu sehr guten funktionellen Ergebnissen und zufriedenen Patienten. Grad 3 Verletzungen sollten bei Betroffenen die Sportarten mit häufiger Überkopf-Belastung (Handball, Volleyball,…), sowie bei Patienten mit Berufen, bei denen häufige Überkopftätigkeiten (Spengler, Maler,..) ausgeübt werden, operativ stabilisiert werden. Grad 4, 5 und 6- Verletzungen sind äußerst selten und sollten wenn möglich immer operiert werden.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Operationsmethoden, wobei sich in den letzten Jahren auch hier minimal-invasive Methoden zunehmender Beliebtheit erfreuen. Dabei wird das Schlüsselbein, nachdem es in seine ursprüngliche Position gebracht wurde mit einem kleinen Seilzugsystem im Rabenschnabelfortsatz des Schulterblattes fixiert. Dieser Eingriff kann arthroskopisch unterstützt und somit über sehr kleine Hautschnitte durchgeführt werden. Postoperativ ist eine Ruhigstellung in einem Schulter-Arm-Verband für vier Wochen notwendig.

AC-TightRope®-System (Quelle: Arthrex)

AC-TightRope®-System (Quelle: Arthrex)